Schöne neue Mobilgerätewelt

Smartwatch, Fitness-Tracker und Health-Apps oder Google Glass – immer mehr Geräte, die Daten sammeln und zur Kommunikation verwendet werden, drängen auf den Markt oder befinden sich derzeit in der Entwicklung. Auf der IFA wurden wieder zahlreiche neue Gadgets vorgestellt. Fotos per Datenbrille oder Telefonieren mit der Uhr sind schon bald zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Für Unternehmen bieten diese neuen Geräte zahlreiche Herausforderungen, aber auch viele Möglichkeiten, Prozesse noch weiter zu optimieren. Es wird darauf ankommen, das richtige Maß zwischen technischen Möglichkeiten und Akzeptanz unter Mitarbeitern und Kunden zu finden.

Für die Datenbrille Google Glass sind bereits jetzt zahlreiche Anwendungen für Unternehmen in Entwicklung. Zwei Faktoren spielen hierbei eine besondere Rolle: Eingaben werden nicht mehr mit der Hand, sondern per Spracheingabe gemacht. Das eröffnet Möglichkeiten für Mitarbeiter, die beide Hände für andere Tätigkeiten benötigen. Der zweite Vorteil liegt in der Darstellung von Informationen im Sichtfeld. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von dem Aufnehmen eines Videos bei einer Operation und der Konsultation eines räumlich weit entfernten Experten bei gleichzeitiger Anzeige von Vitalwerten, bis zu der Darstellung einer Schritt-für-Schritt-Anleitung bei einer Reparatur.

Wearables beschleunigen den Trend zur Digitalisierung ebenfalls sehr stark. Sie sind weit mehr als reine Gadgets, die nur Technikbegeisterten einen Nutzen eröffnen, wie die Computerwoche in der IFA-Nachberichterstattung zusammenfasste. Zudem betrat Anfang September ein weiterer wichtiger Player den Wearables-Markt: Apple folgt dem Trend, mit der Watch weitere personenbezogene Daten und Gesundheits- bzw. Fitnesswerte aufzuzeichnen und auszuwerten. Aber auch das bargeldlose Bezahlen per Smartwatch soll dank NFC und mit entsprechenden Apps möglich werden. Die Deutsche Telekom sieht darin einen Trend bestätigt. Die zugrundeliegenden Ideen dahinter gibt es vielleicht schon seit einigen Jahren, Apple hat aufgrund seiner Marktposition jedoch das Potenzial, der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen und dem Massenmarkt zugänglich zu machen.

Einige Technologien sorgen bei IT-Verantwortlichen für Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Mit Mikrokameras ausgestattete Smartwatches könnten beispielsweise auch genutzt werden, um unbemerkt Fotos und Videos aufzunehmen. Wird in Labors und Entwicklungseinrichtungen an geheimen Projekten geforscht, müssen die Sicherheitsverantwortlichen auch auf diese Geräte achten.

Die Überlegungen, ob und wie „smarte“ Geräte auch im alltäglichen Unternehmenseinsatz verwendet werden können, dürfen sich dabei nicht ausschließlich auf technische Fragestellungen beschränken. Einen wichtigen Aspekt sollten Unternehmen nicht aus den Augen verlieren: die Akzeptanz durch die Gesellschaft und durch die eigenen Mitarbeiter. Die Reaktionen auf Google Glass sind durchaus nicht nur von Technikbegeisterung geprägt und Unternehmen möchten sicher nicht negativ als Datensammler auffallen. Auch Mitarbeiter fühlen sich nicht wohl, wenn sie wissen, dass Geräte immer mehr (persönliche) Daten erfassen und ohne ihr Wissen übermitteln. Wie bei allen Enterprise-Mobility-Strategien wird es darauf ankommen, neue rechtskonforme Schritte zusammen mit Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung zu erarbeiten. So kann das Potenzial ausgeschöpft werden und die Mitarbeiter können dennoch beruhigt und ohne Kontrollängste ihrer Arbeit nachgehen.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.